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Abgestufte Grünlandbewirtschaftung

Demobetriebe für neues Projekt gesucht

Die Grünlandbewirtschaftung in Baden-Württemberg hat viele Gesichter. In den typischen Milchviehregionen wird das Grünland meist intensiv bewirtschaftet, mit dem klaren Ziel der Erzeugung von hochwertigem Grundfutter. In anderen, weniger viehstarken Regionen wird das Grünland deutlich extensiver bewirtschaftet. Eine extensive Bewirtschaftung kann zu einem großen Mehrwert an Ökosystemleistungen wie der Förderung der Biodiversität führen. Diese Betriebe stehen dabei oft vor der Herausforderung, die erzeugte Biomasse (wirtschaftlich) zu verwerten. Die abgestufte Grünlandbewirtschaftung versucht beide Bewirtschaftungsintensitäten zu vereinen. Viele intensive Futterbaubetriebe haben Möglichkeiten für eine kleinräumige, extensive Bewirtschaftung. Hofferne Schläge, Hanglagen oder nasse Wiesen bieten sich dafür an. Die extensiven Aufwüchse können an weniger anspruchsvolle Tiergruppen, wie Nachzucht oder Trockensteher, verfüttert werden. Extensive Betriebe können teils von maßvoller Intensivierung oder grundsätzlicher Verbesserung der Produktionsbedingungen profitieren. Bessere Futterwerte vereinfachen die Verwertung der Aufwüchse in der Viehhaltung. Neben diesen typischen Beispielen der abgestuften Grünlandbewirtschaftung sollte immer eine Optimierung der Grünlandbewirtschaftung mitgedacht werden. Eine Verbesserung der Grasnarbe durch Nachsaat, Anpassung an klimatische Veränderung oder eine optimierte Düngung sind nur einzelne Beispiele, um das Grünland unter immer komplexeren Bedingungen zukunftsfähig zu erhalten. Unabhängig von Standort und Betrieb sollen bei allen Bewirtschaftungsmaßnahmen die Produktion von wertvollen Futtermitteln für Wiederkäuer, die weiteren Verwertungsmöglichkeiten und das Erbringen von Ökosystemleistungen betrachtet werden. Dies garantiert eine langfristig nachhaltige Bewirtschaftung der Grünlandbestände. 

In dem neuen Modell- und Demonstrationsvorhaben‚ Standort- und klimaangepasste, zukunftsfähige Grünlandbewirtschaftung‘ (GLAKTIV) sollen Konzepte der abgestuften Grünlandbewirtschaftung gezeigt werden. Das Projekt soll in drei Jahren (2026-2028) unterschiedliche und betriebsspezifische Maßnahmen einer standortgerechten und zukunftsfähigen Grünlandbewirtschaftung anhand von Praxisbetrieben zeigen. Das LAZBW in Aulendorf betreut dabei mit Baden-Württemberg eine von sechs Teilregionen in ganz Deutschland. Das Projekt zeigt anhand von praktischen Demonstrationsbetrieben, wie abgestufte Grünlandbewirtschaftung auf unterschiedlichen Betrieben und Standorten funktionieren kann. Zielgebiete des Projekts sind der Schwarzwald mit Milchviehbetrieben und extensiven Standorten, die sommertrockene schwäbische Alb und die hoch-intensiven Grünlandbetriebe im Allgäu und in Oberschwaben.  Auf Demonstrationsbetrieben werden die Auswirkungen unterschiedlicher Maßnahmen auf Bestandszusammensetzung, Futterqualität und Ertrag betrachtet. Darüber hinaus wird die innerbetriebliche Verwertung der erzeugten Aufwüchse betrachtet und die Maßnahmen betriebswirtschaftlich bewertet. Die Demonstrationsbetriebe erhalten daher einen genauen, datenbasierten Überblick über ihre Grünlandbewirtschaftung. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Betrieb und der Projektbetreuung bei der Ausarbeitung von betriebsindividuellen Konzepten, Erhebung der Daten und auch im Wissenstransfer sind entscheidend für den Erfolg des Projekts. Interessierte Betriebe, die in den drei genannten Regionen liegen, können sich bis zum 15. April 2026 als Demonstrationsbetrieb bewerben. Idealerweise wird auf dem Betrieb bereits abgestufte Grünlandbewirtschaftung praktiziert.

Wenn Sie Interesse haben als Demonstrationsbetrieb am Projekt teilzunehmen, wenden Sie sich bitte an Kilian Obermeyer 07525 942361 kilian.obermeyer@lazbw.bwl.de Das LAZBW unterstützt Sie beim Bewerbungsverfahren und steht bei Fragen zum Projekt zur Verfügung.