Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle im Klimawandel. Sie ist sowohl Ursache von Emissionen als auch direkt von den negativen Folgen betroffen. Die Rinderhaltung und die Grünlandwirtschaft sind zwei wichtige, zusammenhängende Bereiche, die vor den Herausforderungen des Klimawandels stehen. Es ist deutlich, dass man diese beiden Bereiche zusammen betrachten muss, um Lösungen zu finden, mit denen eine leistungsfähige Landwirtschaft erhalten werden kann und zeitgleich der Ausstoß von Treibhausgasen (THG) verringert, die Artenvielfalt erhalten und die Bodenfruchtbarkeit gefördert werden kann. Viele Aufgaben also, die auf eine moderne, nachhaltige Landwirtschaft zukommen. Um diese Aufgaben zu bewältigen und Antworten auf einige dieser drängenden Fragen zu erhalten, werden am LAZBW diverse Projekt und Versuche im Bereich der Rinderhaltung und im Futterbau durchgeführt. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen laufende Projekte vor und fassen den Stand des Wissens zu einigen der oben genannten Themen zusammen.
Die Rinderhaltung und der Futterbau sehen sich im Kontext des Klimawandels mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Steigende Temperaturen, extreme Wetterereignisse wie Trockenheit, Starkregen und Hitzewellen sowie eine damit verbundene veränderte Futterverfügbarkeit beeinträchtigen die Tiergesundheit und Leistung erheblich. Diese Veränderungen verlangen Anpassungsstrategien, die die Resilienz der Landwirtschaft erhöhen. Angefangen beim Bodenschutz und dem Humusmanagement in Grünland und Ackerfutterbau, über die Artenauswahl und Bestandsführung bis hin zu Weidemanagement und alternativen Anbausystemen wie z.B. Agroforst, gibt es hier im Futterbau zahlreiche Strategien. Aber auch die Tierhaltung hat großen Bedarf, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. So verändern sich beispielsweise die Anforderungen im Stallbau, um den Hitzestress der Rinder zu reduzieren und damit Tiergesundheit und Leistung zu erhalten. Genauere Informationen zu den möglichen Maßnahmen der Klimawandelanpassung finden Sie hier:
Neben der notwendigen Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels ist jedoch auch der Klimaschutz essenziell, um die Auswirkungen zu reduzieren. Eine wichtige Grundlage für effektive Klimaschutzmaßnahmen ist die Kenntnis der betrieblichen Treibhausgas-Bilanz (Treibhausgas=THG). In dieser werden alle Faktoren berücksichtigt, um sowohl die betriebliche Gesamtbilanz zu erhalten als auch die produktbezogenen Emissionen zu berechnen. Bei den Gesamtemissionen sind die Methanemissionen aus der Rinderhaltung zu nennen, die den größten Anteil der Emissionen aus dem Sektor Landwirtschaft ausmachen. Hier werden am LAZBW Potenziale zur Reduktion der Methanemissionen durch angepasste Fütterung untersucht. Einen häufig unterschätzten Anteil der Gesamtemissionen machen jedoch auch die Lachgasemissionen aus dem Futterbau aus. Eine Reduktion dieser Emissionen sorgt nicht nur für einen geringeren THG-Fußabdruck, sondern auch für eine verbesserte Nutzungseffizient der eingesetzten Düngemittel. Weitere Informationen zu diesen Themen und laufenden Projekten erhalten Sie hier:
Die landwirtschaftliche Nutzung entwässerter Moorböden stellt eine sehr große Quelle von Kohlendioxidemissionen dar und gefährdet die langfristige Nutzbarkeit der Moorstandorte. Die Emissionen aus Moorböden werden nicht im Sektor Landwirtschaft, sondern im Landnutzungssektor bilanziert, spielen jedoch eine sehr große Rolle in der Erreichung der Klimaschutzziele, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene. Es ist daher von großer Bedeutung, alternative Nutzungsoptionen für eine moorbodenerhaltende Landnutzung zu erarbeiten. Nur so kann den Landwirtinnen und Landwirten mit Moorflächen eine zukunftsfähige und klimaschonende Nutzung ihrer Flächen ermöglicht werden. Wie eine solche Nutzung aussehen kann und welche Möglichkeiten für Milchviehbetriebe bestehen, ist hier abrufbar:
Dr. Marcus Schlingmann (Grünland)
Dr. Elizabeth Velasco (Rinderhaltung)